Lese-Rechtschreib-Schwäche muss kein Hindernis sein. Mit den richtigen Strategien können Kinder lernen, mit Freude zu lesen und zu schreiben — in ihrem eigenen Tempo.

Was ist LRS?

LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) bedeutet, dass ein Kind trotz normaler Intelligenz und regelmäßigem Unterricht deutliche Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat. Buchstaben werden verwechselt, Wörter nur mühsam erlesen, und die Rechtschreibung bleibt unsicher — auch nach intensivem Üben.

Anzeichen im Alltag

  • Langsames, stockendes Lesen
  • Häufiges Verwechseln ähnlicher Buchstaben (b/d, p/q)
  • Schwierigkeiten beim Abschreiben von der Tafel
  • Vermeidung von Lesesituationen
  • Frustration bei schriftlichen Aufgaben
  • Große Diskrepanz zwischen mündlichen und schriftlichen Leistungen

5 praktische Tipps für zu Hause

1. Vorlesen statt Druck machen

Lesen Sie Ihrem Kind regelmäßig vor — auch wenn es schon älter ist. Das stärkt das Sprachgefühl und die Freude an Geschichten.

2. Kurze Leseeinheiten

10 Minuten täglich sind effektiver als eine Stunde am Wochenende. Regelmäßigkeit schlägt Intensität.

3. Fehler gelassen nehmen

Korrigieren Sie nicht jeden Fehler sofort. Loben Sie den Versuch und die Anstrengung.

4. Hörbücher nutzen

Hörbücher sind kein Schummeln — sie trainieren Wortschatz, Satzstruktur und Fantasie.

5. Das richtige Buch finden

Lassen Sie Ihr Kind selbst wählen. Ein Buch über Dinosaurier oder Fußball motiviert mehr als jede Pflichtlektüre.

Wichtig

LRS ist keine Frage der Intelligenz. Viele Kinder mit LRS sind überdurchschnittlich kreativ, einfallsreich und mündlich stark.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Wenn Ihr Kind trotz Unterstützung kaum Fortschritte macht oder zunehmend unter Schule leidet, kann eine lerntherapeutische Diagnostik Klarheit bringen. Eine fundierte Einschätzung zeigt, wo Ihr Kind steht und welche Wege ihm wirklich helfen.

Jedes Kind hat das Recht, lesen und schreiben zu lernen — auf seinem eigenen Weg und in seinem eigenen Tempo.